Verbotswahnschraube soll weiter angezogen werden

(Bild: Usien) Wilhelm Schmidbauer, Polizeipräsident von München, fordert mehr Verbote

Wenn es nach dem Münchner Polizeichef Wilhelm Schmidbauer geht, dann soll München demnächst eine Hochburg des Verbotswahns werden. Nach Schmidbauers Willen soll es ein generelles “Verkaufsverbot von harten Alkoholika von Mitternacht bis zum Morgengrauen” geben sowie längere Sperrzeiten.

Wie die Münchner Abendzeitung berichtete, begründet der Polizeichef seine Verbotswahnphantasien damit, dass ein nächtliches Verbot von Schnaps “nachts die Kriminalität und die Gewaltdelikte senken” würde. Denn nachts würden die Straftaten unter Alkoholeinfluss zunehmen. Wörtlich sagte Schmidbauer weiter: “Das Hauptproblem sind die harten Alkoholika. Wodka und Wodka-Mischgetränke, die machen aggressiv.”

Schmidbauer forderte, dass die Politik den “harten Alkohol ächten” müsse, wie es bereits beim Tabak durch das Rauchverbot geschehen sei. Man brauche “mehr Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit der Mitbürger”.

Der Münchner Stadtrat wollte allerdings derzeit noch nicht München zur Hauptstadt der Genussfeinde machen. KVR-Chef Wilfried Blume-Beyerle war nach Angaben der Abendzeitung über die Forderungen des Polizeichefs “perplex”. Er wies darauf hin, dass ein derartiges Alkoholverbot “nicht kontrollierbar” sei. Der FDP-Stadtrat Jörg Hoffmann meinte: “Ich halte es für falsch, allen Leuten etwas wegzunehmen, nur damit ein paar Wenige nicht stören.” Auch würde ein derartiges Verbot nur das sogenannte “Vorglühen” verstärken. Damit ist gemeint, dass gerade Jugendliche sich vor dem Weggehen bereits antrinken.

Auch eine Verlängerung der Sperrzeit wurde vom Münchner Stadtrat vorerst abgelehnt. Wenn man allerdings ein paar Jahre zurückdenkt, so war es mit dem Rauchverbot ähnlich. Erste Vorstöße wurden noch als nicht durchführbar bezeichnet, bis dann die Verbote plötzlich da waren.


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22 Kommentare

  1. Silvio1971

    Verbote bringen nichts. Damit es alle Antis begreifen was sie mit dem Rauchverbotsgesetz angerichtet haben sollte auf der Wiesn das Bier verboten werden.
    Da kocht der bayrische Seele.
    Die einen weil sie nicht wissen was sie auf der Wiesn dann noch sollen und
    die Wirte weil eine Hauptumsatzquelle wegfallen würde.
    Falls das nicht hilft wäre doch ein Zaun um Bayern auch nicht schlecht.

  2. alfi

    Ich glaube, dieser Polizeichef übertreibt maßlos und wenn er sich zu einem Thema äußert, das ihn nichts angeht (die Legislative), dann scheint er schlichtweg überfordert zu sein. Vielleicht habens ihm auf seine alten Tage einen Fortbildungskurs in New York spendiert, wo man ihm erklärt hat, daß die “Zero Toleranz Policy” die Wahrheit ist, weil sich alles im Leben nur immer um die Polizei und die “Security” zu drehen hat.

  3. Sturer Allgäuer

    Schuster, bleib bei Deinen Leisten. Das gilt auch für einen Herrn Polizeiobermotz. Warum macht sich Polizeichef Wilhelm Schmidbauer über weitere Verbote nen Kopf? Will er sich politisch erweitern? Wenn der Obercop von München sich wirklich über die Auswirkungen von harten Alkoholika konkrete Gedanken gemacht hätte, dann wüßte er: „Mit Wodka kann man diskutieren aber nicht mehr laufen“. Ist eine altbekannte Tatsache. Also selbst wenn einer im Wodkarauch aggressiv wäre, so könnte er dies nicht in die Tat umsetzen. Aber das nur so am Rande. Verbotswahnfantastereien kommen turnusmäßig wie die Sonne im Osten aufgeht oder die Erhöhung des Rentenalters auf 96 Jahre gefordert wird. Vielleicht sollte man solche Verbotswahnfanatiker verbieten. Dann würden wesentlich weniger saufen, denn solche Äußerungen sind nur im Suff zu ertragen. Ich hege aber Zweifel ob es was bringt den Suffianern ihre Booster zu entziehen. Die Kids sorgen schon dafür daß sie den Stoff organisieren und glühen privat vor. Den Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit der Mitbürger erreicht man nicht mit Alkoholverbot. Egal zu welcher Zeit. Da wäre eher die Präsenz in den U-Bahnstationen gefragt. Videoüberwachung mag ja in den meisten Fällen zur schnellen Ergreifung der Täter führen, aber es sollen ja übergriffe verhindert werden. Wenn ich am Stammtisch so einen Vorschlag gemacht hätte, würde man mich auslachen. Macht ein mediengeiler Cop so ein Vorschlag steigt sofort die Antiraucherpostilie Abendzeitung darauf ein.

  4. Blaudunst

    Die Polizei, “Dein Freund und Helfer”?
    Wer solche Freunde hat, braucht wirklich keine Feinde mehr…
    Nein, wir wollen nicht noch mehrere davon aus unseren Steuergeldern einstellen! Sonst kommen die auch noch auf solche Ideen!
    Aber wenn die Polizisten, die wir schon haben, sich mit den wichtigen Problemen beschäftigen, haben sie vielleicht keine Zeit mehr, solche Verbotsfantasien zu entwickeln und veröffentlichen!

  5. Dampflok

    Jawohl Herr Polizei! Das muß alles noch verboten werden! Alkohol nach Mitternacht (bin ich ein Gremlin, der nicht naß werden darf??), Fleisch am Freitag und Rauchen innerhalb der Stadtgrenzen! Soll das Volk doch endlich ein gottgefälliges Leben führen. Beten, arbeiten und die Schnauze halten! Außer am Geburtstag des Stadtpolizeihauptantreibers. Da dürft’s Ihr fähnchenschwenkend jubeln (aber nicht nach 22:00!!!). Was soll das werden? Vorauseilender Gehorsam für das, was die EUdSSR sowieso mit uns vorhat?

  6. Jochen

    Ehrlichgesagt bin ich etwas zwiespalten. Auf der einen Seite find ich diese Verbotsoffensive wirklch grauenhaft.
    (We wärs mal mit ein paar mehr Polizisten auf Streife? – Aber das würde ja Geld kosten. Und ein Grossteil des Geldes ist ja den notleidenden Bankern zugeflossen)

    Auf der anderen Seite bin ich in Versuchung dem Verbot zuzustimmen, -s kleine Rache dafür , was meine lieben bayrischen Mitbürger angezettelt haben mit dem, dass sie beim Verbotsentscheid dieser Entwicklung den Startschuss praktisch gegeben haben.
    Denn wenn jetzt auch Nichtraucher mal merken wie es ist so bevormundet zu werden, dann denkt der ein oder andere vieleicht mal anders über den absoluten Rauchverbotsentscheid.

    • Günther

      Richtig – Strafe muß sein

    • UweM

      Und was schätzt du, wie viele von denen tatsächlich davon betroffen wären, nachts an der Tankstelle keinen Schnaps mehr kaufen zu dürfen?
      Der Masse der Bevölkerung dürfte dieses Verbot so was von Wurscht sein, mal abgesehn davon dass es in der Praxis ohnehin nicht viel nützen würde….

    • G-H-L

      Im Prinzip ist das ja richtig. Aber solange es die Leute nicht direkt betrifft ist das denen egal. Bei dem Volksentscheid haben sicher auch viele Raucher für die Rauchverbote gestimmt, weil es sie, als nie Kneipengänger, überhaupt nicht betrifft. Von daher wäre ein sofortiger Gaststättenboykott nach dem Volksentscheid ideal gewesen. Denn eine Kneipe oder Gaststätte die wegen Umsatzschwund pleite geht, steht auch den Nichtrauchern nicht mehr zur Verfügung. Der Schwund an Gaststätten hätte auch von den Politikern nicht so ohne weiteres ignoriert werden können. Dann hätte es sicherlich auch mehr solidarität von weniger militanten Nichtrauchern gegeben. Ist nur meine Meinung.

      • Blaudunst

        Das stimmt schon, dass die Leute, die nicht direkt betroffen sind, meist gleichgültig bleiben.
        Mit ja haben wahrscheinlich nur wenige Raucher abgestimmt (die, die das Zettel falsch verstanden haben…), aber die “Nie-Kneipengänger” sind leider zu Hause geblieben und haben sich auch nicht die Mühe gemacht, per Briefwahl zu wählen. Das war ein Riesenfehler, kann man aber nicht mehr ändern…

        Für so einen “die Mehrheit entrechtet eine Minderheit”-Volksentscheid hätten wir wirklich ALLE Raucher-Stimmen gebraucht, die auch wahlberechtigt sind (die meisten Ausländer haben kein Wahlrecht, also von ca 30% Raucher fallen schon mal 6-8 % weg).

        Und 22.8% der Wahlberechtigten waren ohnehin der Meinung, dass sie anderen Leuten vorschreiben dürfen, wie und wo diese Menschen ihre Freizeit verbringen sollen und dass sie den Wirten vorschreiben dürfen, ob sie weiter leben können oder nicht.
        Eine ungeheuere Anmaßung…

      • UweM

        Es fallen aber auch auf Nichtraucherseite entsprechend viele “ausländische” Stimmen weg. Das sollte also nichts ausmachen.

      • Das mag wohl stimmen, dass auch die Stimmen ausländischer Nichtraucher wegfallen. Allerdings gilt es dabei zu beachten, dass ein recht großer Teil der Gastronomie in ausländischer Hand ist und daher direkt Betroffene nicht abstimmen konnten.

      • UweM

        Auch die Kneipen? Ich denke dass Italiener, Chinesen oder Griechen doch eher Restaurants betreiben.

      • na klar….dass Ausländer nur in Form von Pizzerien etc. an Gastronomie teilhaben, ist eindimensionales Klischeedenken, das in den 70er Jahren durchaus seine Richtigkeit hatte. Mittlerweile ist eine großer Teil der Szene mit Clubs und Bars in ausländischer Hand….und zwar recht erfolgreich.

      • UweM

        Sind denn deren Gäste auch alles Ausländer? Warum sind denn die nicht zur Wahl gegangen?
        Und wieviele ausländische Wirte, die von dem Volksentscheid betroffen waren, UND gerne gewählt hätten aber nicht durften gibt es denn tatsächlich in Bayern? Ausreichend viele um das Stimmenverhältnis zu kippen?

    • Blaudunst

      Ja, Strafe muss schon sein, aber richtig…
      Die meisten militanten Antis kaufen bestimmt nicht ihr Alkohol (wenn sie überhaupt welches trinken) ab 22:00 Uhr bei der Tankstelle. Da sind sie schon längst im Bett…

      Wer fährt vielleicht zur später Stunde noch an die Tankstelle vorbei und ein paar “Flaschen” zu besorgen? Sind das vielleicht ein paar nette Raucher und/oder tolerante Nichtraucher, die spontan noch eine private Feier organisieren wollen?
      Das sind aber vorwiegend sympatische Menschen, die möchte ich nicht bestrafen :-)

      Ich möchte die Antis bestrafen, die aus Überzeugung mit ja gestimmt haben und die uns beleidigen, diffamieren und entrechten wollen. Die Verbotsfanatiker und sonstige Gutmenschen, die sich wirklich einbilden, dass sie den anderen vorschreiben dürfen, wie sie zu leben haben.

      Was kann man diesen Typen so alles weg nehmen, was weh tut?
      Das Pöstchen, auf dem sie sich so mühsam und gehorsam hochgearbeitet haben?
      Der “Dr”-Titel, der vielleicht nicht nur 2-3 Politiker zu Unrecht bekommen haben?
      Die Verlogenheit ihren “guten Absichten” an den Pranger stellen?
      Die “Pseudowissentschaftler” nicht mehr als Wissenschaftler gelten lassen?

      Andere Vorschläge?

  7. franz schnabl

    Und wiederum:

    Es bringt nichts oder eher wenig, wenn man sich in internen Foren gegenseitig bedauert.

    Daher:

    Ich habe gerade das Polizeipräsidium München wegen des “Schwachsinnsvorschlages” des Herrn Professors direkt angeschrieben.

    Das Thema “Alkohol nach 0:00 Uhr” interessiert mich persönlich eigentlich überhaupt nicht. Aber dennoch: Was soll denn noch Alles verboten werden.

  8. smoki

    soll er doch mehr Polizisten einstellen der Herr Polizeipräsident.die bleibt einen glatt die Sprache weg.von solch gebildeten Menschen hätte ich ich eigentlich positiveres erwartet.

  9. G-H-L

    Nun, wie der Polizeipräsident richtig formulierte ging es bei den Rauchverboten nicht um den Gesundheitsschutz, sondern einzig und allein um die Ächtung des Rauchens und der Raucher.
    Bisher argumentierte man ja auch, beim Rauchen schädige man seine Mitmenschen, beim Alkohol schädige man nur sich selbst. Und nun ist der Alkohol schuld an den vielen Gewaltdelikten.
    Ich wüsste noch einen weiteren Vorschlag um die Gewaltkriminalität, vor allem Nachts, drastisch zu senken. Da wäre eine Ausgangssperre ideal. In Verbindung mit der standrechtlichen Erschießung wäre doch sofort Ruhe in Deutschland.

    Kein Anwohner könnte sich mehr über die Raucher vor den Kneipen beschweren. Jeder Nachtschwärmer wäre gleich ein potentieller Gewalttäter. Und nachts herrscht wieder Zucht und Ordnung. Ach ja der Respekt vor der körperlichen Unversehrtheit der Mitbürger würde auch manchen Beamten bei Demos sehr gut zu Gesicht stehen.

  10. Günther

    Leute die an weitere Verbote denken gehören verboten……….
    Verbote bringen gar nichts – aber was soll man von einem Spatzenhirn schon erwarten ?

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