Kopfgeld auf Raucher ausgesetzt

Im schwedischen Sundsvall wird Kopfgeld auf Raucher ausgesetzt

In der schwedischen Hafenstadt Sundsvall, circa 400 Kilometer nördlich von Stockholm gelegen, wurde von der Hausverwaltung einer Nichtraucher-Wohnanlage ein Kopfgeld für das Melden von rauchenden Mitbewohnern ausgesetzt.

Am vergangenen Donnerstag verkündete Hans Selling von der städtischen Wohnungsgesellschaft “Mitthem” sein neues Konzept: Jeder Mieter, der einen Raucher in der betroffenen Anlage meldet, soll eine Belohnung von umgerechnet 560 Euro erhalten. Die Anlage besteht aus 121 Appartements, in denen weder in der Wohnung noch auf den Balkonen noch in der näheren Umgebung geraucht werden darf. Auch Besucher der Mieter dürfen nicht in der Anlage rauchen.

Angeblich sei es in letzter Zeit immer wieder zu Beschwerden über rauchende Mieter gekommen. “Es ist wirklich eine ernste Angelegenheit, dass Leute, die in eine Nichtraucher-Wohnanlage gezogen sind, dann doch plötzlich anfangen zu rauchen. Immerhin haben sich Leute, die an Asthma oder ähnlichen Krankheiten leiden, explizit für diese Anlage entschieden”, so Selling gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Mit der Belohnung für das Ausspionieren der Nachbarn will die Wohnungsgesellschaft gegen diese “ernste Angelegenheit” vorgehen. Dabei reicht ein anonymer Hinweis nicht aus, die Wohnungsgesellschaft muss vor Ort den Verstoß gegen das Rauchverbot überprüfen. Sollte tatsächlich geraucht worden sein, wird dem Mieter sofort gekündigt.

Beim Mieterschutzbund in Nordschweden ist man vom Vorgehen von “Mitthem” alles andere als begeistert. Als “sehr fragwürdige Methode” bezeichnet Niclas Sundell den Plan der Wohnungsgesellschaft. Denunziantentum mit Geld zu belohnen und das Ausspionieren von Nachbarn könnten sich sicherlich nicht positiv auf das Verhältnis der Mieter untereinander auswirken. Sollte es tatsächlich zu Kündigungen wegen eines petzenden Anwohners kommen, solle man sich mit rechtlichen Schritten dagegen wehren, empfiehlt Sundell. “Auch wenn im Mietvertrag festgehalten ist, dass in der Anlage nicht geraucht werden darf, ist eine Kündigung nicht rechtens, wenn eine bezahlte Denunziation vorliegt”, sagte Sundell gegenüber der Presse.

Selling gibt sich nach wie vor überzeugt von seinem Konzept, das selbstverständlich nicht das Bespitzeln der Nachbarn fördern, sondern nur der Gesundheit der Mieter dienen soll.


6 Kommentare

  1. Sturer Allgäuer

    Scharfschützen für die Denunzianten?????

  2. anderst

    die lüge vom bösen raucher hier aufgedekt: http://www.passiv-rauchen.de/Studien.htm

    • G-H-L

      Nur leider werden diese Artikel weder in der Presse, noch in den übrigen Medien veröffentlicht oder verbreitet. Und wenn dann nur so ganz kurz und nebenbei.

      Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, aber ich glaube man ist froh und stolz darauf endlich eine Gruppe von Menschen gefunden zu haben, mit der man fast nach belieben umspringen darf.

  3. G-H-L

    Dann frage ich mich, wie die Wohnungsgesellschaft den Verstoß überprüft? Führt man da etwa selbst Hausdurchsuchungen durch? Oder durchsucht man den Müll nach etwaigen Zigarettenkippen?

    Mit Nichtraucherschutz hat das alles wahrlich nichts mehr zu tun.

    • Blaudunst

      Nein, mit “Nichtraucherschutz” hat das überhaupt nichts zu tun. Mit demokratischen Freiheiten und mit einer zivilisierten Gesellschaft auch gar nichts.
      Wie ungern ich diese Worte im Mund nehme, das sind eindeutig fascistoide, diktatorische und menschenverachtende Methoden, für die sich jedes zivilisiertes Land schämen muss.

      • Omorocca

        Ich finde alle Nichtraucher die Autos fahren und das Flugzeug benutzen, sollten wegen Luftverpestung und globaler Erwärmung verklagt werden uns ins Lager verfrachtet werden. ;)

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