Rauchverbot in der eigenen Wohnung beschlossen

Das Postamt des Antiraucher-Städtchens Wayland, MA

In der amerikanischen Kleinstadt Wayland im Bundesstaat Massachussetts wird im Frühling 2011 in den Wohnungen aller Wohnanlagen, die der Wayland Housing Authority gehören, das Rauchen verboten sein. Wayland wurde das “puritanische Dorf” genannt, denn es wurde 1637 von Puritanern gegründet, die auch heute noch einen großen Einfluss in der Gemeinde haben.

Nach zwei öffentlichen Anhörungen im Juni 2010 wurde von der fünfköpfigen Housing Authority einstimmig beschlossen, ein Rauchverbot in den insgesamt 111 Apartments und 20 Wohnungen einzuführen. Das Verbot tritt am 1. Mai 2011 in Kraft.

Geht man nach Brian Boggia, dem Geschäftsführer der Housing Authority, war das Rauchverbot von einer großen Mehrheit der Anwohner gewünscht. Federführend war dabei offensichtlich eine 82-jährige Nichtraucherin. Mit ihrem Anliegen war sie bereits bei mehreren Kongressabgeordneten vorstellig geworden, doch die kümmerten sich ihrer Ansicht nach nicht genügen um ihr Problem. Anders die Housing Authority. Hier begann man, die Gesetzeskonformität zu überprüfen und kam zu dem Schluss, dass ein Rauchverbot in den Innenräumen der Wohnanlagen durchaus legal sei.

Boggia und seinen Angestellten kam die Forderung der alten Dame gerade Recht, da ihnen die rauchenden Mieter schon seit langem ein Dorn im Auge waren – vor allem in Bezug auf die erhöhten Renovierungskosten einer Raucherwohnung.

Laut Boggia gab es allerdings noch weitere Beschwerden der Mieter, so sagte er gegenüber der Presse: “Sie haben sich über den Rauch in den Gängen geärgert, der in ihre Apartments eindringt. Wir haben versucht, dieses Problem zu lösen, aber die einzige Hilfe ist ein komplettes Rauchverbot. Filteranlagen sind nutzlos und auch das Öffnen der Fenster bringt nichts.”

Angeblich gibt es auch zahlreiche Nachrichten über Brände in den Wohnanlagen – einer davon sei tatsächlich durch eine Zigarette ausgelöst worden. Schlussendlich seien die Mieter nicht nur um ihre eigene Gesundheit besorgt, sondern auch um die der Kinder, Enkel und Besucher.

In der Zeit bis zum Inkrafttreten des Rauchverbots will man die 5% rauchender Mieter mit “Hilfsmitteln zur Entwöhnung” versorgen. Die Rede ist von Literatur, Kursen und “anderen Hilfsmaßnahmen”.

Viele der Raucher werden diese Regelung hinnehmen müssen, da sie sich einfach keine andere Wohnung leisten können. Für Boggia sieht das jedoch so aus, dass man sich mit seinem Verbot arrangieren wird, da jeder Mieter wisse, dass “Rauchen einfach nicht mehr gesellschaftsfähig” sei. Seine Wohnanlagen – so Boggia – sollen Vorbildcharakter für andere amerikanische Städte haben.

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1 Kommentar

  1. Blaudunst

    Ja, so weit kann es leider kommen, wenn man nichts dagegen tut! In dem Land der “unbegrenzten Freiheit” wird schon längst die Freiheit mit den Füssen getretten und das ist ein erschreckendes Beispiel dafür!
    Diese Fanatiker kennen überhaupt keine Grenzen, wenn es darum geht, anderen Menschen ihre eigene Weltanschauung aufzuzwingen. Sie verstehen überhaupt nichts von Freiheit, Privatsphere, Vernunft oder Toleranz. Sie werden nie aufhören, sie werden so weit gehen, wie weit wir sie lassen!
    Es gibt nur eine Lösung, man muß sie stoppen!

    Ich hoffe, dass die Raucher langsam kapieren, dass sie KÄMPFEN müssen!

    Beliebt. Gefällt mir oder Gefällt mir nicht: Thumb up 8 Thumb down 2 (+6) Momentan ist die Bewertung wegen Manipulationen von militanten Antirauchern nur für registrierte Benutzer möglich.

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