Erstes Lokal Opfer des totalen Rauchverbotes
Das Schwabinger Lokal “Namenlos” ist das erste Opfer des unsinnigen totalen Rauchverbotes in Bayerns Gastronomie. Am 30. und 31. Juli 2010 wurde eine Abschiedsparty gegeben, ab dem 1. August ist das beliebte Schwabinger Lokal Geschichte. Der ehemalige Wirt des Namenlos, Jürgen Füssl, hatte es erstmals geschafft, das Namenlos zu einer Schwabinger Institution zu machen. Während seine Vorgänger das Lokal höchstens zwei Jahre halten konnten, betrieb Füssl sein Lokal im sechsten Jahr – und ohne das totale Rauchverbot in Bayerns Gastronomie hätte es auch noch weiter bestehen können.
Das Problem des Namenlos ist es, dass das Lokal mitten in einer Wohngegend liegt. Lärmbelästigungen und Streit mit den Nachbarn waren daher schon immer ein Stein des Anstoßes. Füssl schaffte es, dieses Problem in den Griff zu bekommen, mit einer Ausnahme: Als Anfang 2008 das erste bayerische Rauchverbot in Kraft trat, konnte er nur durch einen Raucherclub die Schwierigkeiten mit den Anwohnern in den Griff bekommen. Jetzt, mit dem von fanatischen Antirauchern durch einen Lügenwahlkampf erzwungenen totalen Rauchverbot in der Gastronomie, sieht Füssl keine Chance mehr, den Spagat zwischen der berechtigten Forderung nach Nachtruhe der Nachbarn und rauchenden Menschen vor der Türe hin zu bekommen.
Füssl hatte erst kürzlich eine moderne Luftfilteranlage in sein Lokal einbauen lassen und diese von der Berufsgenossenschaft überprüfen lassen. Man bescheinigte ihm eine hohe Luftqualität – höher als vergleichbare Nichtraucherlokale – obwohl im Lokal geraucht wurde.
Füssl schrieb in einer letzten Pressemitteilung wörtlich: “… Dann die traurigen Gestalten, der Bayerische Hotel- und Gaststätten Verband e.V. (BHG) und der Verein zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur e. V. (VEBWK), meine Branchenvertreter. BHG-Präsident Gallus hat 2007 das totale Rauchverbot bereits als erster (erfunden und) ausgerufen und der große Franz Bergmüller vom VEBWK wollte Bayern retten. Ist ausgezogen mit Millionen Euros im Sack, aber mit seiner polternden und dümmlichen Art gescheitert am Laienprediger (Leichenprediger) und Rattenfänger Sebastian Frankenberger. Der Ökobubi aus Passau schaffte es, SPD und Grüne vor seinen ÖDP-Karren zu spannen, die CSU mit Seehofer & Co. stumm und kalt zu stellen und eine scheinbare bayerische Mehrheit, Volkesstimme auf einen hoffentlich nicht langen Irrweg zu schicken. Liberalitas Bavariae ich hör dir trapsen! Leben und leben lassen, stelle ich mir und meine Gäste anders vor.”
Leider wird das Namenlos nicht das einzige Lokal sein, das wegen dieses undemokratischen Irrsinnsgesetzes schließen muss. Aber das ficht weder Sebastian Frankenberger, noch seine zum Teil äußerst fanatischen Mitinitiatoren an. Im Namenlos können diese Fanatiker nun auch kein Bier mehr trinken, wie in vielen anderen Lokalen auch nicht. Dass im 21. Jahrhundert eine scheinbare Mehrheit ohne Not in der Lage ist, eine Minderheit komplett zu unterdrücken und Existenzen zu vernichten, dass ist das Schlimme an diesem sogenannten Volksentscheid.
Im Namenlos haben nun sechs Menschen ihren Job verloren. Meist Studenten, die auf diesen Nebenverdienst dringend angewiesen waren. Aber das Zerstören von Existenzen scheint Frankenberger und seine Mitläufer nicht zu interessieren, was sind schon menschliche Schicksale, wenn es um die Lust am Verbieten geht.
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Am besten wäre es, wenn alle betroffenen Gastronomiebetriebe gleichzeitig schließen würden. Leider wird das aber mit Sicherheit nicht funktionieren. Die Wirte sind sich einfach nicht einig genug. Traurig, aber wahr!
Also ich lebe nicht mehr in Deutschland, sondern seit jahren in den USA. Und hier gibt es nunmal seit vielen Jahren ein Rauchverbot in Gaststätten, nicht aber derart extrem wie das jetzige Verbot in Bayern – d.h. je nach Bundesstaat, gibt es hier und da Möglichkeiten im Barbereich order im Pub in gekennzeichneten Räumen zu rauchen.Trotzdem sind hier die Lokale deswegen nicht reihenweise Pleite gegangen, als die Beschränkungen über die letzten 10 Jahre eingeführt wurden.
Als ehemaliger Raucher verstehe ich zwar schon Gefühle eines Rauchers prinzipiell wenn es um sein Raucherrecht geht, allerdings sehe ich eben auch die berechtigten Gesundheits und “Frischluft” Interessen der Mitarbeiter und anderen Gäste eines Lokals …
Aber derartig extremes ‘Nichtrauchzoning” wie in Bayern führt eben zu recht bedenklichen Auseinandersetzungen zwischen diesen beiden Gruppen … wobei sicher bei beiden “Lagern” die Mehrheit jeweils im toleranten Mittelfeld liegen dürfte, aber die Presse und Meinungsmacher sind immer auf Schreihälse fixiert. Prohibition von Genuß – und Suchtmitteln ist nachgewiesener Massen (siehe der völlig wahsinnige und verlorengegangene ‘war on drugs’ in den USA a la Regan) der komplett falsche Weg – und es macht mir Sorgen, das die Bayuvarischen (& Deutschen) Eiferer auch noch lange nicht mit diesem Verbot haltmachen werden und befriedigt sind. Einige, aber nicht wenige Eiferer werden wohl weiterkämpfen … und die Gesellschaft muss sich nun einmal damit auseinandersetzen, wieweit Genußmittel teil des sozialen Lebens, der Individualität und genereller Lebenskultur sind. Diese Frage wird mit Blankoverboten überhaupt nicht beantwortet, muß aber gestellt werden, wenn die Extrempuristen nicht das generelle Sagen & Tun in unserer Gesellschaft haben sollen …
Es ist entsetzlich, wie die heutige Gesellschaft die tüchtigen Leute “erwürgt”, statt sich zu freuen, dass sie sie überhaupt hat!
Schwabing und die Münchner werden in Zukunft das schöne “Namenlos” noch lange vermissen und in guter Erinnerung behalten.
Die fanatischen Nichtraucher wird niemand jemals vermissen…. Aber sie haben ja mit einer “Mehrheit” von 22,.8% der Wahlberechtigten das Verbotsentscheid gewonnen, den jahrhunderten alten bayerischen Spruch “Leben und leben lassen” in die Mülltonne entsorgt und die Diktatur der Nichtraucherklasse in dem ehemaligen “Freistaat” Bayern installiert.
Unsere Wirte wurden fast jedes Jahr mit einem anderen Rauchverbot-Gesetz konfrontiert und haben immer verzweifelt versucht zu überleben: Sie haben Raucherklubs gegründet, Lüftungsanlagen gekauft, Räume getrennt, ein Gesetz nach dem anderen durchgelesen, sich organisiert und gewehrt. Und jetzt müssen viele einsehen, dass das rechtzeitige Schliessen die einzige Lösung ist und ihre Existenzgrundlage vernichtet wird. Angeblich von dem Willen des bayerischen Volkes!
Hallo Bayern, das haben unsere Wirte wirklich nicht verdient! Gibt es niemand mehr im Bayern, der sowohl im Kopf als auch in der Hose noch was hat? So eine Misere haben unsere Wirte nicht verdient!
Leider konnte ich zu Jürgens Abschiedpartie nicht kommen, da ich wie es zur Zeit und in der Saison mal so ist, auch an den Wochenenden beruflich sehr eingespannt bin.
Ich wünsche dem Jürgen in seinem Heimatort Weiden einen hoffnungsvolleren Neuanfang und alles erdenklich Gute für seine weitere Zukunft als Gastronom.
Ich kann mich so sehr in seine derzeitige Situation (von Jürgen) hineinfühlen, erlebe ich es doch selbst in meinem Kundenkreis des Öfteren, wie einst gut gehende Gastronomiebetriebe bzw. deren Betreiber aus demselben Grund wie Jürgen, das Handtuch werfen müssen/mussten.
Es handelt sich dabei um Gaststätten mit einer Gastraumfläche über 75 qm, welche den Raum auf Grund der Zerstörung der Raumstruktur nicht verkleinern konnten.
In der einen ehemaligen Gaststätte ist jetzt ein Blumenladen entstanden, eine andere ehemalige Gaststätte ist ein Hutladen und ich kann noch mehrere Beispiele aufzählen.
Eine sehr gut gehende Gaststätte in einer Tennisanlage in einer Kleinstadt hat nach 1 1/ 2 Jahren (seit März vor einem Jahr ohne Pächter) nun endlich wieder ein neues Pächterehepaar, welchen jedoch noch nicht bewusst ist, was sie sich mit dieser Gaststätte angetan haben.
Würde mein Kundenkreis nur aus Gastronomiebetreibern bestehen, hätte ich dies geschäftlich sehr stark zu spüren. Gott sei Dank brauchen auch andere Betriebe wie Seniorenheime, Krankenhäuser, Metzgereien, Industriebetriebe und dergleichen Kälteanlagen zur Kühlung ihres Kühlgutes sowie für Prozesskühlung verschiedenster Art.
Was mir am meisten weh tut ist die Tatsache, dass es immer die Falschen erwischt wie z.B. so auch Jürgen, der in der Vergangenheit für das Rauchen im Gastronomiegewerbe ein grosser Kämpfer war.
Aber wie ich Jürgen kenne, hat er einen grossen Energievorrat für einen Neuanfang in seiner Heimatstadt Weiden, wozu ich ihm alles erdenklich Gute wünsche.
Tüchtige Leute fallen immer wieder auf ihre eigenen Beine und haben die Energie und das Können, mit einem Neuanfang immer wieder Erfolg zu haben.
Kopf hoch Jürgen, Du schaffst das als tüchtiger Gastronom und bist bald wieder auf der gleichen Höhe und darüber in Weiden, wie Du es mit Deinem Bistro „Namenlos“ in München warst.