Antiraucher-Bündnis vor dem Aus?

Sorgen Lügen und der Hass für ein Ende des Antiraucherbündnisses?

Gekriselt hat es ja schon länger zwischen den Bündnispartern, die das totale Rauchverbot in Bayerns Gastronomie durchgesetzt hatten. Der beim Volksbegehren noch heftig in den Vordergrund geschobene ehemalige DVU-Kandidat Herbert Weniger, der behauptet hatte, 500, später 1.000 Wirte würden seinem Bündnis “rauchfreie Gastronomie” angehören (Rauchernews berichtete), sorgte bereits letztes Jahr für Ärger. Zwar wurde Weniger verschämt als “ehemaliger CSU-Stadtrat bezeichnet, ein Amt, welches er lange vor seiner Kandidatur für die ultrarechte DVU inne hatte, dass sich aber Grüne und SPD mit einem ehemaligen DVU-Kandidaten an einen Tisch setzten, passte nicht so recht in das Sauberkeitsimage, welches sich Antiraucher gerne geben.

Dass Wenigers Bündnis nirgendwo existierte – trotz mehrfacher Nachfragen konnte niemand auch nur einen Wirt außer Weniger nennen, der diesem Bündnis angehörte – war dann nur noch ein Teilaspekt. Denn mit der Wahrheit nahmen es die Antiraucher und besonders Teile der militanten Antiraucherorganisationen, die sich dem Bündnis angeschlossen hatten, nicht so genau. So wurde Weniger auch stillschweigend “entsorgt”, beim Volksentscheid war er plötzlich kein Bündnispartner mehr.

Auch während des Wahlkampfes zum Volksentscheid gab es gewaltige Spannungen zwischen den Bündnispartnern, wie Rauchernews aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr. Ein Sprecher der Nichtraucher Initiative München (NIM) wurde nicht müde zu verbreiten, dass die NIM eigenständig sei und mit der ÖDP nicht viel am Hut habe. Man sei ein gleichberechtigter Bündnispartner beim Kampf für ein totales Rauchverbot in Bayerns Gastronomie, mehr nicht.

Einige Ortsverbände der SPD hatten sich dagegen ausgesprochen, dass die Landtags-SPD mehr oder weniger eigenmächtig dem Bündnis beigetreten war (Rauchernews berichtete). Und auch bei den Grünen war die Einigkeit der Mitglieder bei weitem nicht so geschlossen, wie die Befürworter des Verbotswahns den Menschen glauben machen wollten.

Auch bei “Pro Rauchfrei”, einer der militantesten und totalitärsten Gruppe des Bündnisses, war man mit der Zusammenarbeit mit Sebastian Frankenberger nicht sonderlich zufrieden. Laut “Stern” spricht “Pro Rauchfrei” rauchenden Menschen immerhin die Menschenwürde ab und das Ziel des Vereines ist die komplett rauchfreie Gesellschaft – und diese Forderung geht manchen dann doch eindeutig zu weit.

Im Forum von “Pro Rauchfrei” wurde jetzt offen gegen Frankenberger gemeutert. Man bezeichnete den Frontmann der Verbotsbefürworter als “dreist”, weil er es gewagt hatte, Mitgefühl mit der Wirtin einer Nürnberger Zigarrenlounge zu zeigen. Wörtlich schrieb “nsnl2″ zu diesem Thema: “Ging es etwa doch mehr um die eigene Profilierung als um einen Nichtraucherschutz _ohne_ Ausnahmen? Falls ja ist der Typ doch wohl echt das Letzte.”

Ein “hanneschaos” schrieb, Frankenberger falle den Nichtrauchern in den Rücken. Wörtlich schrieb er weiter: “Was für ein Dummkopf der Frankenberger.Der sollte vielleicht zur FDP wechseln”. In einem weiteren Beitrag meinte der selbe Autor dann, Frankenberger sei nach Aussage einer anderen Antirauchergruppe “falsch zitiert” worden und würde weiterhin zu einem Rauchverbot ohne Ausnahmen stehen. Es fehlen natürlich nicht die übliche Verschwörungstheorien: “Vielleicht ist der Reporter ja Raucher und wollt dem Frankenberger eins auswischen”.

In eingeweihten Kreisen geht das Gerücht um, dass das Bündnis für totale Rauchverbote in der Gastronomie wohl auseinanderbrechen wird und dass Frankenberger nicht mehr als Frontmann zur Verfügung stehen will. Sei es, weil einigen der Erfolg so sehr zu Kopf gestiegen ist, dass sie wohl komplett jeden Bezug zur Realität verloren haben, sei es, weil andere einsehen, dass der Verbotsentscheid nur durch massive Lügen-, Polemik- und Hass-Kampagnen gewonnen werden konnte und diese Strategie wahrscheinlich nicht noch einmal funktionieren wird.

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4 Kommentare

  1. XAndra

    Kompromissvorschlag: In den ehemaligen Raucherclubs/kneipen zündet jeder Gast animiert vom Wirt als “nostalgische Erinnerung an Zeiten freier Bürger und deren Selbstbestimmung” alle Stunde eine Tabakware an…
    ….man muss ja nicht dran paffen…!

    Heiße Debatte. Wie denken Sie? Thumb up 7 Thumb down 7 (0) Momentan ist die Bewertung wegen Manipulationen von militanten Antirauchern nur für registrierte Benutzer möglich.
  2. Es freut mich sehr, daß sich die Damen und Herren des Antiraucherbündnisses untereinander streiten. Leider kommt die Uneinigkeit bei Diesen um mindestens 1 Monat zu spät für den Freistaat Bayern. Gerade die Einigkeit, Disziplin und und ihr unbeirrbares Ziel, verhalfen den JA-Sagern am 4. Juli zum Sieg. Gerademal ca. 2,15 Mio. JA-Stimmen haben gereicht, um die NEIN-Sager-Franktion zu besiegen, da deren vielen Anhänger und Sympathiesanten mehrheitlich wahlfaul war.

    Vielleicht dämmert es es den Rauchern und toleranten Nichtrauchern in Restdeutschland, das diese Damen und Herren vom Antiraucherbündnis Bayern auch nur mit Wasser kochen. Gerade die Streitereien der fanatischen bayerischen Nichtraucher, könnten eine Chance für die übrigen 15 Bundesländer sein, das traurige Los einer Gesundheitsdiktatur und eines Verbotsstaates, wie in Bayern abzuwenden.

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  3. Ralf Weigold

    Sollen sich die Damen und Herren nur selbst zerfleischen – uns solls recht sein. Tip für die Aktivisten unter den Antirauchern, ab und zu mal eine Zigarette anstecken – beruhigt und man/frau sieht nicht alles so verbiestert.

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