Verbotsgegner fahren im Partybus durch München
Christian F.* sitzt verbiestert vor seinem Rechner und postet ab und zu in raucherfreundlichen Foren den immer selben Unsinn. Miriam L.* träumt zwar von Spaß und Freunden, kann aber mangels dieser Dinge nur im Ja-Sager-Forum neidvoll Bilder von feiernden Menschen verbreiten. Gerhard H.* zitiert immer wieder die selben Artikel von irgendwelchen antiraucherfreundlichen Gazetten, und Patrick K.* versucht, seine Paranoia vor Tabakrauch anderen mitzuteilen.
Ganz anders die Verbotsgegner. Im Partybus (siehe Bild) fahren sie durch München, feiern, freuen sich des Lebens, manche unterhalten sich, andere tanzen oder wippen mit dem Fuß im Takt der Beats, die aus den Lautsprechern schallen. Die Menschen auf der Straße drehen sich um, nehmen den Bus mit den vielen “NEIN”-Plakaten wahr, manche winken.
Ab und zu hält der Bus, Gelegenheit, auszusteigen und mit den Menschen zu reden, ihnen zu erklären, was passiert wenn das totale Rauchverbot in Bayerns Gastronomie Wirklichkeit werden sollte. Dass dann die Besitzer und Angestellten von Shisha-Bars, Zigarren- und Pfeifenlounges sowie viele Menschen, die in kleinen Kneipen arbeiten, auf der Straße stehen werden. Dass ein weiteres unsinniges Verbot zu den bereits bestehenden Verboten dazu kommt. Dass wieder ein Stück Eigenverantwortung und Selbständigkeit der Menschen verloren geht.
Und man klärt die Menschen darüber auf, was passiert, wenn die Mehrheit für NEIN stimmt. Dann bleibt es wie es ist, mit 85 Prozent rauchfreier Gastronomie und ein paar Refugien für Raucher und deren Freunde. Die Menschen lassen sich anstecken von der guten Stimmung, sie verstehen, wie wichtig es ist, am 4. Juli zur Wahl zu gehen und mit NEIN zu stimmen.
Man verabschiedet sich, steigt wieder in den Bus ein, die Musik schallt aus den Boxen, manche zünden sich eine Zigarette oder ein Zigarillo an, die Stimmung steigt, es wird getanzt. Bis zum nächsten Stopp, wo man wieder mit Menschen spricht.
Während dessen starrt Miriam L. neidvoll auf die Bilder feiernder Menschen und insgeheim denkt sie sich: Wäre es nicht schön, wenn ich auch Freunde hätte und mit denen feiern könnte anstatt meinen Abend allein am Computer im Forum verbiesterter Spaßbremsen verbringen zu müssen?
(*Ähnlichkeiten mit lebenden, toten oder scheintoten Personen sind rein zufällig und selbstverständlich nicht beabsichtigt.)
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“Mario”, Eine Frechheit ist es nicht, gegen Verbotswahn mit dem Freiheitsbegriff zu argumentieren, das ist ganz einfach Realität. Und sollten die Verbotsfanatiker morgen gewinnen, dann können Sie sicher sein, dass es weiter geht. Dann kommt die Tabakprohibition so richtig in Fahrt.
Niemand zwingt Sie in eine Shisha-Bar. Sie aber zwingen die Betreiber und Angestellten dieser Lokale, Hartz IV zu beantragen. Fühlt man sich dabei gut? So als “Bessermensch” wieder böse Raucher in die Arbeitslosigkeit zu treiben?
Auf dieser Welt ist vieles schädlich, dumm oder überflüssig. Das ist aber kein Grund, es grundsätzlich zu verbieten. Man nennt es “Toleranz”, wenn man Andersdenkende nicht den eigenen Fanatismus aufzwingt. Sonst wird es so passieren wie in totalitären Staaten.
Ihre Haltung ist einer Demokratie unwürdig.
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