Sind getränkegeprägte Lokale Raucherlokale?

(Foto: W. Niedermeier) Prof Dr. Friedrich Wiebel (links) und Ernst-Günther Krause bei der Präsentation ihrer Studie

Die Nichtraucher-Initiative München und der Ärztliche Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit haben heute in den Räumen der Grünen in München eine Studie vorgestellt, aus der hervorgeht, dass in den meisten getränkegeprägten Lokalen das Rauchen erlaubt ist. Prof. Dr. med. Friedrich Wiebel vom Ärztlichen Arbeitskreis kommentierte die Studie mit folgenden Worten: “Wer einfach nur ein frisch gezapftes Bier trinken möchte, muss lange suchen, wenn er dabei nicht vollgequalmt werden will”.

Im einzelnen untersuchte die Studie 34 getränkegeprägte Lokale im Münchner Umland und 92 in der Stadt München. Sieben dieser Lokale hatten das Rauchen verboten, in allen anderen durfte geraucht werden. Dass in den Lokalen unter 75 Quadratmetern, in denen Jugendliche unter 18 Jahren keinen Zutritt haben und wo es keine “zubereiteten Speisen” geben darf, mehrheitlich geraucht wird, dürfte den Tatsachen entsprechen. Das ist auch völlig gesetzeskonform und was für einen Grund gibt es für einen Wirt, dessen Gäste rauchen wollen, dies zu verbieten?

Für die Studie wurden neben den sogenannten “Eckkneipen” auch Speiselokale untersucht. In München umfasste die Studie 246 Speisegaststätten und 126 getränkegeprägte Lokale von etwa 7.000 existierenden Gastronomiebetrieben. Von den 246 Speisegaststätten verstießen nach der Studie 24 gegen das bayerische Rauchverbot, das sind knapp 9,7 Prozent. Ernst-Günther Krause von der Nichtraucher-Initiative München bezeichnete die 9,7 Prozent als “zahlreiche Verstöße”. Als Verstoß definierte die Studie unter anderem fehlende “Rauchen erlaubt”-Schilder, offene Türen zu Nebenzimmern in denen geraucht werden darf oder Lokale, die größer als 75 Quadratmeter sind und in denen der Wirt das Rauchen zeitweise oder dauerhaft erlaubt.

Krause antwortete auf die Einlassung, dass das Kreisverwaltungsreferat München festgestellt hat, dass 89 Prozent aller Lokale in München rauchfrei sind, “Die Raucherlobby behauptet, heute würde in 90 Prozent der bayerischen Lokale nicht mehr geraucht. Das ist eine grobe Irreführung der Öffentlichkeit”. Krause vergleicht hier allerdings Äpfel mit Birnen. Die Zahlen des KVR sprechen von der gesamten Gastronomie Münchens, Krause verweist ausschließlich auf die getränkegeprägte Gastronomie seiner Studie.

Wiebel führte die 9,7 Prozent der Verstöße gegen das bayerische Rauchverbot auf das in seinen Augen komplizierte Gesetz zurück: “Die Vielzahl komplizierter Ausnahmeregelungen ist in der Praxis kaum zu kontrollieren”, so der Mediziner. Deshalb würden “viele Wirte, die sich gegenüber den Raucherkneipen benachteiligt fühlen”, wieder Aschenbecher auf die Tische stellen.

Krause wies schlussendlich auf die völlig unsinnige Propaganda der Antitabaklobby hin, nach der in Bayern der “Nichtraucherschutz bald nur noch auf dem Papier” existiere, wenn am 4. Juli die Mehrheit der Bayern mit NEIN stimmen würden. Nach seinen Worten würde das Rauchverbot dann “Schritt für Schritt außer Kraft gesetzt” werden – eine Behauptung, die bisher von der bayerischen Landesregierung niemals bestätigt wurde. Im Gegenteil: Es geht beim Volksentscheid nicht darum, ob in Zukunft wieder mehr in Bayerns Lokalen geraucht werden darf, sondern ob das bestehende Gesetz beibehalten wird oder ob ein totales Rauchverbot in Bayerns Gastronomie zwangsinstalliert wird.

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2 Kommentare

  1. “Kaum qualmfreie Lokale in der Stadt” lautete ein Artikel in der TZ am 14. Mai 2010. Nur 7 von 126 Kneipen in der Stadt sind rauchfrei.

    Wie ich schon berichtete, können die Nichtraucher durch vermehrte Besuche der 7 Nichtraucherkneipen diese hoffähig machen. Es stünde diesen Leuten auch frei, viel Alkohol zu konsumieren und hohe Zechen zu hinterlassen. Wenn die Herren Friedrich Wiebel und Ernst-Günther Krause samt ihrer NIM-Bagage in diesen Lokalen die “Sau rauslassen”, stimmt der Umsatz und Nichtraucherlokale würden hoffähig. Diese 7 Lokale würden dadurch “hipp”, da die Stimmung die Beste ist und nicht wie in den Raucherlokalen “der Hund begraben ist”.

    Aber ich vermute eher, daß sich diese Klientel bei “Tante Friedas Kaffeeterasse” über Gott und die Welt lästern. Freie Marktwirtschaft ist diesem Personenkreis sowieso fremd, weil sie alles über unsinnige Verbote regeln wollen.

    Schön langsam empfinde ich den Eifer dieser Antis nicht mehr lustig. Wer mit voller Absicht Wirte arbeitslos machen will, und Rauchern am liebsten die Zigarette aus dem Mund schlagen würde, ist in meinen Augen fanatisch krankhaft.

    Die Empfindlichkeit dieser Leute gipfelt sich in der Aussage “Ich werde vollgequalmt”. Genauso werden sich diese Leute über einen zu fetten Schweinsbraten, einen überzuckerten Kaffee, ein zu versalzenes “Gselchts” usw. beschweren.

    Ich empfehle Herrn Friedrich Wiebel, Herrn Ernst-Günther Krause und der gesamten NIM-Gesellschaft aus Bayern auszuwandern und in das Nichtraucherparadies Kalifornien/USA zu ziehen. Ganz Bayern, ganz Oberbayern und insbesondere ganz “Minga” kann auf euere Stänkereien getrost verzichten.

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  2. Mit welchem Recht kritisieren die NIM und der Ärztliche Arbeitskreis Rauchen und Gesundheit, Kneipen und Lokale unter 75 qm, die ihren Gästen das Rauchen nicht verbieten? Ich kann verstehen, daß es den beiden “Verbotshaubentauchern” Dr. Friedrich Wiebel und Ernst-Günther Krause, ziemlich stinkt, wenn ihre Empfehlungen auf wenig Gegenliebe stoßen.

    Die 7 Lokale unter 75 qm, die rauchfrei sind, könnten Dr. Friedrich Wiebel, Ernst-Günther Krause und die gesamte NIM öfters besuchen, die “Sau rauslassen” und hohe Zechen machen. Bei so einem “selbstlosen Einsatz” und Beispiel von Nichtrauchern in diesen Lokalen, würde sich ihre Anzahl in kurzer Zeit garantiert verdoppeln.

    9,7 % Speisegaststätten verstoßen gegen die gesetzlichen Bestimmungen (fehlende Schilder, offene Türen zu Nebenzimmern usw.) wird von der NIM beanstandet. Die “Verbotsgeilheit” von Ernst-Günther Krause und seiner NIM kennt keine Grenzen. Man kann heutzutage jeden “Schoaß” kritisieren und polizeilich anzeigen.

    Selbsternannte NIM-Sheriffs einschließlich Ernst-Günther Krause, haben bereits jetzt schon so viele Rechte, daß sie sich in der Gastronomie einmischen, Wirte anschwärzen und den Betreibern das Leben schwer machen können. Ich habe fast den Eindruck, das die Gesundheit, zwar als Alibi herhalten muß, aber im Grunde Nebensache ist.

    Verbände wie die NIM brauchen unbedingt das “Totale Rauchverbot”, denn bei einem “NEIN” beim Volksentscheid, wären Diese in Zukunft, genauso bekannt und interessant, wie vor 5 Jahren und Keiner würde mehr mit ihnen “spielen” wollen.

    Wenn das “Totale Rauchverbot” mit einem “NEIN” am 4. Juli abgelehnt wird, könnten in Zukunft Ernst-Günther Krause und seine NIM-Mitglieder/innen ihre “Soziale Ader” dazu verwenden, in Entwicklungsländern aktiv zu werden. Noch besser wäre, die gesamte “NIM-Gesellschaft” würde nach Kalifornien/USA auswandern, und dort “produktiv und besserwisserisch” sich dort einbringen.

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