Rabiater Denunziant greift zum Pfefferspray

Mit einem Pfefferspray attackierte ein Antiraucher einen Pensionisten

In Österreich ist Dietmar Erlacher bekannt wie einst der Pornojäger Martin Humer, dessen Lebenszweck darin bestand, gegen “Unmoral” zu Felde zu ziehen. Nur dass Erlacher nicht gegen Pornos zu Felde zieht, sondern gegen den Tabak.

Der selbst ernannte “Raucher-Sheriff” zieht von Lokal zu Lokal, und wenn er der Meinung ist, es würde gegen das Rauchverbot verstoßen, schreibt er eine Anzeige. Dies kann zum Beispiel bereits dann der Fall sein, wenn die Türe zu einem Raucherbereich auch nur einen Spalt weit offen steht.

Wie die österreichische Tageszeitung “Kurier” berichtete, war Erlacher wieder auf einer seiner Denunzianten-Touren, dieses Mal im Wiener Donauzentrum. Er suchte bewusst ein Lokal zum Mittagessen auf, welches er schon mehrfach angezeigt hatte. Und prompt fand er dort eine Tür zum Raucherbereich, die nicht geschlossen war. Der “Vernaderer”, wie man in Österreich Denunzianten nennt, zog seine Fotoausrüstung heraus und begann, im Lokal zu fotografieren. Dies irritierte einige der Gäste des Lokals, die Erlacher baten, mit dem Fotografieren aufzuhören.

Erlacher fotografierte trotzdem weiter und ein Wort ergab das andere, bis es einem 79-jährigen Pensionisten zu viel wurde und dieser mit Erlacher zu rangeln begann. Doch ein richtiger Vernaderer wie Erlacher ist auf so etwas vorbereitet. Rasch zog er ein Pfefferspray hervor und sprühte dies dem Pensionisten ins Gesicht, der daraufhin im Krankenhaus behandelt werden musste. Auch Erlacher ließ sich eine Prellung dokumentieren.

Die beiden Streithähne müssen jetzt mit einer Anzeige wegen Körperverletzung rechnen, wobei Erlacher die schlechteren Karten haben dürfte, zählt doch ein Pfefferspray als Waffe.  Weinerlich jammerte der “Raucher-Sheriff” dem “Kurier” vor, “Es geht mir noch schlecht, ich konnte auch nicht wie geplant heim nach Tirol fahren”.

Auch wenn man körperliche Gewalt nicht gutheißen sollte, so gebührt dem fast 80-jährigen Pensionisten doch vollster Respekt. Hat er als Kind immerhin einen Staat erlebt, in dem Denunziantentum und unsinnige Verbote an der Tagesordnung waren. Wahrscheinlich will er – zu Recht! – im Alter so etwas nicht wieder erleben.

Beliebtheit: 5% [?]

Ähnliche Beiträge:

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

  1. Denunziant zeigt Hotel wegen Rauchen an Schon wieder hat ein militanter Antiraucher zugeschlagen und Anzeige wegen Rauchens erstattet. Dieses Mal erging die Anzeige gegen ein Hotel...
  2. Denunziant in Hamburg Das Denunziantentum blüht wieder auf, seit militante Anti-Raucher Organisationen dazu aufrufen, Raucher anzuzeigen oder sogar die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine...
  3. Grünen-Mitglied als Denunziant Wie die Münchner Boulevardzeitung “tz” berichtete, hat Reinhard Kastorff, Mitglied der Grünen aber ohne Amt, die Bürgermeisterin von Moosburg, Anita...
  4. Der christliche Antiraucher-Messias Seit es in Österreich ein Rauchverbot gibt, hat die Stunde des Robert Rockenbauer erst richtig geschlagen. Hatte er bisher in...
  5. Netzwerk Rauchen schreibt offenen Brief an das DKFZ Das Netzwerk Rauchen hat einen offenen Brief an das DKFZ, der deutschen Heimat der Tabakkontrolle, geschrieben. Das Netzwerk Rauchen sieht...
  6. Österreich: Rauchverbot Light so gut wie sicher Die Hardliner sind mit ihren Forderungen nach dem totalen Rauchverbot in Österreich so gut wie gescheitert. Wie die Zeitung “Die...
  7. Bespitzelt Stadt Mitglieder von Raucherclubs? In der bayerischen Stadt Ingolstadt will man, so die örtliche Zeitung “Donaukurier“, scheinbar mit allen erlaubten aber auch unerlaubten Mitteln...

5 Kommentare

  1. Wie das Rauchverbot bei einem großen Automobilkonzern abläuft, hatte ich ja schon berichtet.

    Wie ich aus unserer letzten Vertrauensmannsitzung erfahren konnte, war ein Kollege aus der Punktschweisserei so “bleed” und hat sich beim Rauchen von der Werksfeuerwehr erwischen lassen. Der Unglückliche hat umgehend einen Verweis erhalten, mit dem Hinweis, daß er bei einer Wiederholung des Rauchens aus der Firma fliegt.

    Georg Schmid “Schüttelschorsch” du hast diese Entwicklung eingeleitet und ich sage “Nein Danke”. Sebastian Frankenberger & Co., ihr wollt diesen Schwachsinn in der Gesellschaft zementieren und ich sage ebenfalls “Nein Danke”. Mit jeder Faser meiner Existenz, wehre ich mich gegen dieses hoffentlich nicht bald hoffähiges Denuziantentum.

    Wenn das Rauchen einer Zigarette einen höheren Stellenwert und eine höhere Bewertung eines Arbeitnehmers erfährt, als seine Zuverlässigkeit, Begabung, Fleiß und vieles mehr, spinnen meiner Ansicht nach die Vorgesetzten, sowie der Gesetzgeber,die Wähler und viele andere mehr.

    “Hoch lebe das Vernadern”, von Gesundheitsaposteln, radikalen Nichtrauchern und anderen mehr erwünscht.

    Heiße Debatte. Wie denken Sie? Thumb up 5 Thumb down 3 (+2) Momentan ist die Bewertung wegen Manipulationen von militanten Antirauchern nur für registrierte Benutzer möglich.
  2. Wie das gesetzliche Rauchverbot bei einem großen Automobilproduzenten durchgeführt wird, weiss ich aus erster Hand, da ich in einem solchen Werk als Logistikfachkraft (Staplerfahrer) arbeite. Ab Oktober 2008 wurde das Rauchverbot in sämtlichen Hallen und Gebäuden (ausser in ausgewiesenen Raucherkabinen und Raucherräumen) eingeführt. Bis zum Jahresende 2008 wurden alle Zigarettenautomaten (sehr zum Bedauern der Wirtschaftsbetriebe) entfernt.

    Viele Raucherkabinen wurden gut sichtbar vor den Gebäudeeingängen oder auch im Werk in guter Sichtweite der Vorgesetzten aufgestellt. Die meisten Kollegen/innen paffen in den Raucherkabinen ohne groß nachzudenken. Mir kommen die Raucherkabinen im Freien (die nur durch ein gut durchsichtiges Glas gegen die Kälte schützen) oder in den Hallen, eher als “das an den Pranger stellen” im Mittelalter vor.

    Ich habe auch die heimliche oder offene Schadensfreude nach dem 13,9 % Erfolges des Volksbegehrens vieler nichtrauchender Kollegen/innen erlebt. Einige ehrgeizige Mitarbeiter/innen meinen auch, daß sie mit dem “Vernadern” ihre Karriere bei der Firma vorantreiben können.

    Der Schüttelschorsch hat mit seinem einstigen “Strengsten Nichtraucherschutz der Welt” viel erreicht. Der Teamgeist von rauchenden und nicht rauchenden Kollegen/innen ist beileibe nicht mehr der, der er in früheren Jahren war. Außerdem hat Georg Schmid seine CSU (was keiner Opposition gelungen wäre) unter 50 % bei den Wahlen gedrückt, das “Vernadern” ist salonfähig geworden und vieles mehr.

    Vor 5 Jahren hätte sich Niemand vorstellen können, was heute in Sachen Rauchen an der Tagesordnung ist, und man war der Meinung, daß so ein “Kasperltheater” in Zukunft garantiert nicht wahr wird. Wenn das “JA” beim Volksentscheid siegt, wird dieses “Kasperltheater” noch an Fahrt gewinnen. Wieviel Geld für diesen “Unsinn” bis jetzt und in Zukunft verplempert wurde/wird möchte ich gar nicht erwähnen.

    Beliebt. Gefällt mir oder Gefällt mir nicht: Thumb up 9 Thumb down 2 (+7) Momentan ist die Bewertung wegen Manipulationen von militanten Antirauchern nur für registrierte Benutzer möglich.
  3. Frigorist

    Wenn so ein Dietmar Erlacher mich, aus welchem Grund auch immer, fotografieren und dabei ein Blitzlich in Anwendung bringen würde, bringt er mich glatt in eine Notwehrsituation, nachdem meine Augen überaus lichtempfindlich sind und er mir somit eine Körperschädigung zufügt.
    Die Notwehrsituation würde sich deutlich ergeben, gegen die ich dann schon unbedingt etwas unternehmen muss.
    Was?
    Das überlasse ich dann meiner zum Tatzeitpunkt sich ergebenden Phantasie.

    Heiße Debatte. Wie denken Sie? Thumb up 11 Thumb down 7 (+4) Momentan ist die Bewertung wegen Manipulationen von militanten Antirauchern nur für registrierte Benutzer möglich.
  4. Ich rauche auch gelegentlich gerne mal die eine oder andere Zigarre – sind wir mal ehrlich! Jahrzehntelang lebten Raucher und Nichtraucher zufrieden nebeneinander. Wo Rücksicht herrscht war das nie ein Problem. Seit die Medien das Thema pushen passieren eben auch solche Geschichten. Traurig.

    Beliebt. Gefällt mir oder Gefällt mir nicht: Thumb up 20 Thumb down 8 (+12) Momentan ist die Bewertung wegen Manipulationen von militanten Antirauchern nur für registrierte Benutzer möglich.
  5. Für sogenannte “Vernaderer”, wie Dietmar Erlacher ist das Rauchverbot in Österreich eine feine Sache. Endlich ist er mit dem Recht ausgestattet, daß er mit dem Segen des Gesetzes gegen Lokalbetreiber, die sich gar nicht oder nur mangelhaft an das Rauchverbot halten, vorgehen kann.

    Wenn beim Volksbegehren am 4. Juli in Bayern das “Absolute Rauchverbot” siegt, werden höchst wahrscheinlich die “bayerischen Vernaderer” aus ihren Verstecken hervorkriechen. In diesem Fall, hat dann ein Jeder, der vorher noch nichts zu sagen hatte, Rechte, die er sich nie erträumt hat. Selbsternannte Sheriffs können endlich die “bösen Wirte und Raucher”, die sich nicht an das Gesetz halten, anzeigen und heldenhaft “wehrlose Nichtraucher” schützen.

    PS: Ich hoffe, es haben sich alle Kommentatoren der Rauchernews vom Schlagabtausch der letzten Woche, bzw. Montag wieder erholt und beruhigt.

    Beliebt. Gefällt mir oder Gefällt mir nicht: Thumb up 23 Thumb down 11 (+12) Momentan ist die Bewertung wegen Manipulationen von militanten Antirauchern nur für registrierte Benutzer möglich.

Antwort verfassen

What is BrowserID?