Polen führt abgespecktes Rauchverbot ein

Polen entscheidet sich gegen ein totales Rauchverbot

Der Sejm, eine der beiden Kammern des polnischen Parlaments, hat letzten Freitag das polnische Rauchverbot beschlossen. Geplant war ursprünglich ein totales Rauchverbot, welches das Rauchen in allen Lokalen ausnahmslos verbieten sollte, ebenso in sämtlichen öffentlichen Gebäuden. Man wollte sogar so weit gehen, das Rauchen auch in privaten Kraftfahrzeugen zu untersagen.Jetzt hat sich in Polen doch so etwas wie Vernunft durchgesetzt. Das totale Rauchverbot in privaten Kraftfahrzeugen ist vom komplett Tisch. Auch müssen nicht alle öffentlichen Gebäude rauchfrei sein, sondern lediglich Verwaltungen, Schulen und Krankenhäuser. Diese haben aber die ausdrückliche Möglichkeit, entsprechende Raucherräume einzurichten.

Ein ausnahmsloses Rauchverbot gilt in den öffentlichen Verkehrsmitteln Polens und an den dazu gehörigen Haltestellen. Ebenso ist das Rauchen an Spielplätzen und Stränden verboten.

Was die Gastronomie betrifft, so können die Wirte von Lokalen bis zu einer Größe von 100 Quadratmetern selbst entscheiden, ob sie rauchen lassen wollen oder nicht. Gaststätten, die größer als 100 Quadratmeter sind, können einen Raucherraum einrichten.

Nach offiziellen Angaben rauchen in Polen etwa ein Viertel der Einwohner. Zwar geht das polnische Rauchverbot immer noch recht weit, wurde aber von den verantwortlichen Politikern auf ein Maß abgespeckt, mit dem sowohl Befürworter von Rauchverboten als auch Gegner gut leben können. Positiv ist, dass man von einem Totalverbot weg gekommen ist, auch wenn die nationalkonservative Partei PiS (Recht und Gerechtigkeit), die sich in der Opposition befindet, alles daran setzte, um ein totales Rauchverbot in Polen durchzusetzen.

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1 Kommentar

  1. Gerry

    Zumindest für bahnreisende Raucher/innen in Polen ist das Gesetz weder erfreulich noch hinnehmbar, da sie praktisch zur Abstinenz gezwungen sind. Es gibt weder Raucherabteile in den Zügen noch Raucherinseln auf den Bahnhöfen. Somit sind auch die Bahnhofsgastätten komplett rauchfrei und zwar sowohl im Innen- als auch Außenbereich! (Dies entspricht allerdings weitgehend der Situation auf deutschen Bahnhöfen.) Wer nach vielleicht stundenlanger Bahnfahrt endlich sein Ziel erreicht und sich dann vor dem Bahnhof im überdachten Haltestellenbereich des Nahverkehrs eine Zigarette genehmigt, kann dafür mit 500 Zloty (ca. 125 Euro) zur Kasse gebeten werden. Sturm und Regen zwingen also auch hier zur Abstinenz.
    Wie nun der Verfasser dieses Artikels darauf kommt, dass Rauchverbotsgegner mit dem Gesetz gut leben können, bleibt wohl sein persönliches Geheimnis. Ich vermute mal, er hat noch niemals eine längere Reise mit der DB AG unternommen. Da ist es auch wenig tröstlich, dass es noch schlimmer hätte kommen können.

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