Antiraucher ereifern sich über Erfolgsfilm

Sigourney Weaver wurde wegen Rauchens in einem Film kritisiert

Militante Antiraucher haben wieder etwas gefunden, über das sie sich ereifern können: James Camerons Erfolgsfilm “Avatar” wird von ihnen heftigst kritisiert, weil die Hauptperson des Filmes raucht. Der fanatische Führer der Organisation “ASH” (action on smoking and health), Stanton A. Glantz, gab sich medienwirksam geschockt. “Das ist, als ob jemand eine Packung Plutonium in die Wasserversorgung kippen würde”, trompetete er in die Mikrofone der Journalisten.

Glantz betreibt unter anderem auch eine Internetseite, wo er dafür wirbt, dass das Rauchen komplett aus Filmen zu verschwinden hat. Auf dieser Webseite wird akribisch aufgelistet, in welchen Filmen wie lange geraucht wird. “Avatar” erhielt dort die schlechteste Bewertung, die “Schwarze Lunge”. Glantz kündigte an, eine Kampagne gegen “Avatar” zu starten. Wahrscheinlich will er der Menschheit seinen Schutz vor der Gefahr des Passivansehens von Zigaretten im Kino aufzwingen.

Regisseur Cameron sagte zu den Vorwürfen, dass die Figur der Umweltschützerin Grace Augustine, gespielt von Sigourney Weaver (siehe Bild), kein Vorbild für Teenager sei: “Sie ist unmöglich, pöbelt, trinkt und raucht”. Gleichzeitig wies Cameron die dogmatische Idee militanter Antiraucher zurück, dass niemand in Filmen rauchen solle. Der Regisseur weiter: “Filme sollten die Realität widerspiegeln. Wenn Leute in PG-13 Filmen lügen, stehlen oder töten, ist das ja auch ok, warum sollte man also Filmen eine inkonsequente Moral auferlegen, wenn es um das Rauchen geht?”

Auch der “Zeit” war der Fanatismus der militanten Antiraucher eine Glosse wert (siehe obiger Link). Unter dem Titel “Raucht doch mal eine!” fordert die Zeitung, wenn man in Filmen das Rauchen verbieten wolle, solle man doch bitte ab sofort nur Verfolgungsjagden mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder Fahrgemeinschaften durchführen. Selbstverständlich müsse auch der Gebrauch jeglicher Waffen verboten werden, sowie der Verzehr von Fleisch ohne Biosiegel. Auch emotional bedingtes Türknallen oder der Gebrauch von Schimpfwörtern habe tunlichst zu unterbleiben, um unsere Kinder zu schützen.

Der Artikel in der Zeit schließt mit folgendem Absatz: “Bis wir der ersten Ergebnisse ansichtig werden, darf man sich auf die nun auf Deutsch erscheinende erste Staffel der famosen Serie Mad Men freuen. Darin wird pausenlos und überall gequalmt, gesoffen und Geld verjuxt. Die Serie spielt in den Sechzigern, also weitweit weg vom Gesundheits- und Wohlfühlterror unserer Tage. Kinder, möchte man beinahe rufen, waren das noch Zeiten”. Zum Abschluss weist der Autor noch darauf hin, dass er während der Entstehung des Textes zweieinhalb Zigaretten geraucht habe.

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1 Kommentar

  1. Blaudunst

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