Verbotswahn in Bayern geht weiter

Ab sofort gilt ein totales Alkoholverbot in der Münchner U-Bahn

Der Verbotswahn in Bayern erklimmt einen neuen Gipfel. Ab heute ist in Münchens U-Bahnen, den Bussen und Straßenbahnen der Genuss alkoholischer Getränke verboten. Als Begründung gibt die MVG, die Münchner Verkehrsgesellschaft an, in einer Umfrage hätten sich zwei Drittel aller Fahrgäste von Menschen, die Alkohol konsumieren, belästigt gefühlt. Besonders belästigt hätten sich angeblich Frauen empfunden.

Das neue Verbot wurde in Paragraph 4 der Beförderungsbedingungen verankert, welches das Verhalten der Fahrgäste bestimmt. Es wird das Alkoholverbot in den U-Bahn-Anlagen ergänzt, welches seit Februar 2009 eingeführt wurde. Eine Umfrage, die von der MVG durchgeführt wurde, hatte im Frühjahr 2009 ergeben, dass angeblich 83 Prozent das Alkoholverbot in den U-Bahnhöfen als “gut” oder “Sehr gut” bewertet hatten.

Während die Polizei das Alkoholverbot begrüßte, beurteilte die Vereinigung “Aktion Münchner Fahrgäste” den neuerlichen Verbotswahn eher skeptisch. Wolfgang Wenger, Sprecher der Münchner Polizei sagte: “Man muss die Jungen vor sich selbst schützen”.

Andreas Nagel, Sprecher der “Aktion Münchner Fahrgäste” meinte dagegen, “Natürlich braucht keiner in der U–Bahn Bier zu trinken, aber muss man immer alles gleich verbieten?”. Nicht zu unterschätzen sei nach Wengers Meinung auch die Gefahr von Eskalationen die entstehen könnten, wenn selbsternannte Hilfssheriffs und Angetrunkene aneinander geraten würden.

MVG–Sprecher Christian Miehling behauptete zwar, man werde das Alkoholverbot “mit Augenmaß umsetzen”. Allerdings drohte er an, dass mit uneinsichtigen Fahrgästen durchaus “kurzer Prozess” gemacht werden würde. Fahrgäste, die Alkohol konsumieren, würden notfalls mit Gewalt aus den Wagen entfernt werden.

In den Münchner S-Bahnen darf dagegen auch weiterhin Alkohol konsumiert werden – solange es im Rahmen bleibt, denn volltrunkene Fahrgäste mussten auch vor dem Alkoholverbot in München nicht transportiert werden. Der Grund ist einfach: Die S-Bahnen in München gehören nicht zur MVG, sondern zur Bahn.


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