Verbotswahn absurd: Schulen wollen Rauchen auf öffentlichen Straßen verbieten

In der schönen Stadt Cham grassiert der Verbotswahn

Der Verbotswahn nimmt immer groteskere Ausmaße an. Nun wollen einige Schulen ihren Schüler – auch den über 18-jährigen – das Rauchen auf den öffentlichen Zufahrtsstraßen verbieten. Dabei wird mit drakonischen Strafen gedroht.

Im bayerischen Cham, nahe der Grenze zu Tschechien, soll auf dem “Chamer Schulberg” nicht mehr geraucht werden dürfen. Darauf einigten sich alle Schulen des “Chamer Schulbergs”. Hierbei handelt es sich allerdings nicht um Schulgelände, sondern um öffentliche Straßen die zu den Schulen am Chamer Schulberg führen.

Schülern, die sich nicht an dieses Rauchverbot halten, drohen massive Strafen. Zuerst gibt es einen Eintrag in eine Liste, beim zweiten Mal hagelt es einen Verweis. Wird ein Schüler dreimal beim Rauchen im Freien auf den öffentlichen Straßen am Schulberg erwischt, wird er gezwungen, einen Anti-Rauchkurs zu belegen. Sollten sich Schüler, auch wenn sie über 18 Jahre alt sind, trotzdem diesem Irrsinns-Verbot nicht beugen, soll es einen verschärften Verweis geben. Das berichtete die Mittelbayerische Zeitung.

Andreas Bucher von der Chamer Berufsschule stellte als Initiator das Projekt vor. Auch die Bürgermeisterin Karin Bucher (Freie Wähler) und die Polizei waren anwesend. Schulleiter, Stadt und Polizei wollen durch diese Verbotsorgie erreichen, dass die Verschmutzung durch Zigarettenabfälle zurück geht. Auf die einfache Idee, Aschenbecher aufzustellen, scheint man in Cham nicht zu kommen. Es gibt aber auch einen “pädagogischen Grund”: Man will erreichen, dass rauchende Schüler aus dem Sichtkreis jüngerer Schüler verschwinden. Angeblich wegen dem schlechten Vorbild, welches rauchende Schüler abgeben würden.

Josef Maier, Leiter einer der Chamer Schulen, geht noch einen Schritt weiter: Er will nicht nur die Schüler gängeln, sondern seine Schule werde auch die Eltern “auffordern”, auf den öffentlichen Straßen um den Chamer Schulberg nicht mehr zu rauchen.

Pressesprecherin Nicole Steinbach vom Bayerischen Kultusministerium findet zwar, dass der Chamer Verbotswahn “gut klingt”, allerdings warnte sie eindringlich davor, Verweise und ähnliche Strafen einzusetzen. Sie mahnte, das Ganze als freiwillige Aktion durchzuziehen. Das Kultusministerium hat wohl erkannt, dass eine Schule wohl kaum derartige Verbote auf öffentliche Straßen ausweiten kann. Eine gerichtliche Auseinandersetzung würden die Schulen mit großer Wahrscheinlichkeit verlieren.

Die Chamer Polizei sagte zu, die Aktion zu unterstützen. Man werde verstärkt die Straßen am Chamer Schulberg kontrollieren und Schüler, die Zigarettenkippen auf die Straße werfen würden, mit einem Bußgeld von 20 Euro belegen und die Schüler an die Schulleitung melden.

In einer nicht repräsentativen Onlineumfrage der Mittelbayerischen Zeitung sprachen sich lediglich 28,57 Prozent der Befragten für diese Verbotsorgie aus. 35,71 Prozent meinten, diese Verbote seien “völlig überzogen” und weitere 35,71 Prozent meinten, “Dass die Polizei aber rauchende Schüler aufgreifen und an die Schulen melden soll, kommt einer unverhältnismäßigen Kriminalisierung gleich.”

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