Nordrhein-Westfälisches Rauchverbot für ganz Deutschland gefordert
Der BVGG e.V. (Bundesverein Gastronomie und Genuss) fordert anlässlich des Weltnichtrauchertages zum 31.5.2009 die Angleichung der unterschiedlichen Rauchverbotsgesetze in allen 16 Bundesländern nach dem Vorbild des Nichtraucherschutzgesetzes in Nordrhein-Westfalen. „Dies ist das einzige Gesetz deutschlandweit, welches nach den Erfahrungen der vergangenen Monate ein möglichst zufriedenstellendes Zusammenleben zwischen Nichtrauchern und Rauchern ermöglicht und von allen Parteien in der Praxis akzeptiert wird“, so Heinrich Kohlhuber, Bundesvorsitzender des BVGG e.V.
Das Nichtraucherschutzgesetz von Nordrhein-Westfalen sichert weitgehenden Nichtraucherschutz in der Gastronomie, gestattet jedoch zusätzlich den Rauchern in Nebenräumen, kleinen Eckkneipen, bei Brauchtumsveranstaltungen und in Raucherclubs ein angemessenes Refugium.
Speziell die Möglichkeit, nach eigenem Wunsch einen Raucherclub zu gründen, ist ein Ausdruck der Berufsfreiheit von Gastronomen, die ihnen nicht willkürlich genommen werden darf. Das geplante Raucherclub-Verbot in Bayern durch die CSU / FDP-Koalition im Zuge des neuen Gesundheitsschutzgesetzes kritisiert der BVGG e.V. als Offenbarungseid politischer Inkompetenz, da es u.a. mit der mangelnden Kontrollierbarkeit der Clubs begründet wird. Die Erfahrungen in Nordrhein-Westfalen zeigen jedoch, dass auch für Raucherclubs verständliche Rahmenbedingungen und Vollzugshinweise geschaffen werden können – sofern die Politik nur möchte. Warum ist die Bayerische Regierung nicht dazu in der Lage, was NRW erfolgreich praktiziert?
Zudem verurteilt der BVGG e.V. die momentanen Aktivitäten diverser Nichtraucher-Organisationen, wie z.B. das in Bayern angestrengte Volksbegehren der ÖDP zur Einführung eines totalen Rauchverbotes.
Der Slogan „Leben und leben lassen“ ist irreführend und tarnt ein radikales Verbotsgesetz als Salomonisches Urteil – und das auf dem Rücken von Gastronomen sowie rauchenden und nichtrauchenden Gästen.
Statt einen Keil zwischen beide Bevölkerungsgruppen zu treiben und der Gastronomie somit immensen Schaden zuzufügen, sollten Nichtraucher-Organisationen besser rauchfreie Gastronomie bewerben, unterstützen und fördern. Der BVGG e.V. spricht sich für konstruktiven Wettbewerb anstelle von destruktiver Verbotskultur aus.
Das Motto des Weltnichtrauchertages 2009, „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“, mögen sich Verbotsbefürworter zunächst in der Gastronomie zu Leibe führen: Tausende von pleitegegangenen Gaststätten in ganz Europa und leere Gasträume sind der Beweis, dass radikale Verbote von der Bevölkerung weder gewünscht, noch akzeptiert werden.













