Der christliche Antiraucher-Messias

"Vernaderer" nennen sie die Denunzianten in Österreich

Seit es in Österreich ein Rauchverbot gibt, hat die Stunde des Robert Rockenbauer erst richtig geschlagen. Hatte er bisher in seiner christlichen Buchhandlung dafür gesorgt, dass Gottes Wort verbreitet wurde, konnte er endlich seinen missionarischen Eifer in eine andere Richtung lenken: In das Anzeigen von Lokalen und rauchenden Menschen. Seitdem kommt er kaum dazu, seinen Job als Geschäftsführer dieser christlichen Buchhandlung auszuführen. Zu viele Anzeigen sind zu erstatten.

“Vernaderer” nennt man in Österreich diesen Menschenschlag, dessen Lebensinhalt darin zu bestehen scheint, andere Menschen anzuzeigen. Manch einer nennt dies auch “Denunziantentum”. Angeblich über 200 Anzeigen hat Rockenbauer bereits getätigt und täglich werden es mehr.

Seinen Kampf gegen Raucher führt der 58-Jährige ohne Rücksicht und mit den sattsam bekannten Lügengeschichten der Antitabaklobby. So wird er nicht müde zu behaupten dass in Österreich jährlich 1.500 Menschen an Passivrauch sterben würden. Aber er behauptet ja auch, dass der Islam eine “gewaltbereite Religion” sei. Ganz im Gegensatz zum Christentum möchte man da einwerfen, denn Hexenverbrennungen und Kreuzzüge waren ja keine Gewalt sondern nur ein notwendiges Übel.

Gegen den Islam kämpft Rockenbauer fast so stark wie gegen die Raucher. “Der klassische Islam trägt in sich einen starken Zug zu religiöser und politischer Dominanz und damit verbundener Intoleranz.” schrieb er in einem Leserbrief an die Zeitschrift “Mein Monat”. Wenn man statt “klassischer Islam” “militante Antiraucher” einsetzt, wird aus obigem Satz direkt Wahrheit.

Rockenbauer zieht derzeit von Lokal zu Lokal. Mit seinen grauen Haaren, den buschigen Augenbrauen, dem verbindlich-korrektem Auftreten und der Mappe mit dem österreichischen Rauchverbot unter dem Arm wirkt er fast wie ein Offizieller. Allerdings ist er nur Privatmann, wenn auch Vorsitzender der Ein-Mann-Show “Schutzgemeinschaft für Nichtraucher”. Findet er ein Lokal, welches seiner Meinung nach das Rauchverbot nicht umsetzt, gibt es eine Anzeige, da kennt er kein Pardon.

“Rauchersheriff” und “Denunziant” nennen sie ihn. Er selbst sieht sich dagegen als eine Art Robin Hood der Nichtraucher. Seine Tätigkeit ist für ihn die “selbstverständliche Form der Selbstverteidigung”. Er glaubt ja an die Passivrauchlüge und vertritt diese mit missionarischem Eifer. “Passivrauchen ist eine unzumutbare Vergewaltigung mit fremdem Tabakrauch” sagt er gerne wenn dieses Thema angeschnitten wird.

Walter Pohl, Redakteur der Zeitschrift “News”, beschreibt Rockenbauers Aktivitäten kurz und knapp wie folgt: “Aber eine „Antirauch-Schutzstaffel“, wie sie sich derzeit als Vernadererpartie rund um den zwänglerischen Rechthaber Robert Rockenbauer formiert, braucht in diesem Land wirklich niemand”. Recht hat er, der Herr Pohl.


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