Wirt gründet Raucherkirche

Raucherkirchen - eine neue Religion?

Wenn man dem Rauchverbot etwas Positives abgewinnen kann, dann die Tatsache, dass es das Denken fördert. Das Denken daran, wie man dieses rigide und völlig unsinnige Gesetz aushebeln kann. Jetzt hat ein Wirt im niederländischen Alkmaar aus seinem Lokal die “Kirche der Raucher Gottes” gegründet.

Man will in dieser Kirche der heiligen Dreifaltigkeit “Rauch, Feuer und Asche” dienen. jeder, der der Religionsgemeinschaft beitritt bekommet einen Ausweis und kann in allen der Kirche angeschlossenen Lokalen rauchen. Cor Bush, der Gründer der “Kirche der Raucher Gottes” sagte, es hätten sich bereits mehr als ein Dutzend Lokale seiner Kirche angeschlossen und ständig würden es mehr.

Ganz so neu ist diese Idee allerdings nicht. Als in Schleswig-Holstein das Rauchverbot eingeführt worden war, hatte der Wirt Dirk Bruckner aus Kappeln die Idee gehabt, sein Lokal “Mausefalle” als Religionsgemeinschaft zu führen. Man wollte dort Zigaretten verbrennen “wie die Katholiken Weihrauch”.

Außerdem war geplant, rauchenden Menschen “Kirchenasyl” zu gewähren und man wollte sich religiöse Handlungen nicht durch den Staat vorschreiben lassen. In vielen Religionen würde das Verbrennen von Stoffen eine große Rolle spielen. “Bei den Katholiken ist es der Weihrauch, bei den Buddhisten sind es Räucherstäbchen, bei uns die Zigaretten”, sagte Bruckner.

Bisher wurde die Kirche Bruckners als solche allerdings nicht anerkannt. Zwar hat laut Artikel 140 des Grundgesetzes jeder das Recht eine Kirche zu gründen. Allerdings gibt es angeblich ein Papier, welches dieses Recht massiv einschränkt. Nach diesem Arbeitspapier müsse eine Kirche, um als solche anerkannt zu werden, folgende Mindestvoraussetzungen erfüllen: Mindestens 30 Jahre Bestehen, mindestens 1 Million Euro Guthaben, und mindestens einer von 10.000 der Bevölkerung muss Mitglied der Kirche sein. Laut Angaben des Wirtes wird ihm dieses Papier zwar vorgehalten, aber nicht herausgegeben.

Bruckner hat seine Kirche vorläufig als Verein eingetragen, erhebt aber gleichzeitig eine Klage beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg. Man darf gespannt sein, ob die Holländer das dortige Kirchenprojekt ähnlich wie das in Deutschland versuchen zu sabotieren und wie Straßburg entscheiden wird.


4 Kommentare

  1. Silvio

    Eine Lokal in eine Raucherkirche umzuwandeln wäre nach dem totalen Raucherverbot in Bayern seit dem 1.08.2010 vieleicht auch eine Lösung?

    Hat der Frankenberger die Kirchen in sein Verbotsgesetz auch aufgenommen?

  2. Claudia

    Was für peinliche Vergleiche
    Der Unterschied zum Steuerhinterzieher ist der, dass die Ideen der Wirte zum größten Teil legal sind. Und was nach dem Spruch des BVG sein wird wird man sehen. Es ist zu hoffen dass dieses Unsinnsgesetz wieder weg kommt.

  3. Peter M.

    Gesetz aushebeln
    “Wenn man dem Rauchverbot etwas Positives abgewinnen kann, dann die Tatsache, dass es das Denken fördert.Das Denken daran, wie man dieses rigide und völlig unsinnige Gesetz aushebeln kann.”

    Ähnliches würde vermutlich auch ein Steuerhinterzieher von sich behaupten: “Ich bin phantasievoll um ein unsinniges Gesetz auszuhebeln.”

    Fazit:Rechtsbruch bleibt Rechtsbruch. Ob man dabei “kreativ” ist oder nicht.

  4. Rauchfrei

    Bizarr
    Wirklich bizarr, welche seltsamen Blüten die Nikotinsucht treibt. Hauptsache rauchen… OH NO!

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