Hamburg: Raucherraum für Polizisten
Die Hamburger Morgenpost hat eine Umfrage in verschiedenen Hamburger Betrieben gemacht, in der es um das Rauchverbot ging. Wie lösen Hamburger Firmen das Problem des Rauchverbotes?
Hamburgs Polizei greift am tiefsten in die Taschen – allerdings der Steuerzahler. Für 60.000 Euro will man den rauchenden Beamten einen Raucherraum bauen lassen. Momentan rauchen die Beamten noch vor dem Haupteingang, was man wohl aus verschiedenen Gründen verhindern will. Da die nichtrauchenden Beamten laut Gesetz vom Rauch verschont sein müssen, muss der Raucherraum mit einer entsprechenden Lüftung ausgestattet werden. Und solche Abzugsanlagen kosten nun mal.
Innensenator Udo Nagel (CDU) löste das Problem auf seine Art: Er erklärte sein Büro kurzerhand zum Raucherzimmer. Das Pikante an der Sache ist, dass eine Senatsantwort auf die Frage, ob Mitarbeiter der Verwaltung ihre Zimmer zu Raucherzimmern deklarieren dürften, “Nein!” lautete. CDU-Innensenatoren in Hamburg scheinen es besser zu haben als die restlichen Bürger.
Bei der Hermes Logistik haben die 450 Mitarbeiter ein 20 Quadratmeter großes Raucherzimmer, welches durch eine Glaswand abgetrennt ist, das Rauchen ist ebenfalls im Innenhof erlaubt. Bei Vattenfall Europe gibt es auf jeder Etage zwei etwa vier Quadratmeter große Räume, die mit Luftfilteranlagen ausgestattet sind. Eine Absauganlage vor den Türen sorgt dafür, dass der Rauch nicht nach draußen zieht.
Philips richtete bereits am 1. Januar 2006 Raucherräume ein, die aber wieder abgeschafft wurden, da die Luftbelästigung zu groß war und der Konzern aus Kostengründen kein Lüftungssystem einbauen lassen wollte. Derzeit kann man im Hof in einer Art Bushäuschen rauchen. Bei Beiersdorf darf in Besprchungsräumen und der Kantine nicht geraucht werden. In den Büros müssen sich die Mitarbeiter untereinander verständigen ob sie rauchen wollen oder nicht. Ansonsten gibt es vier moderne Raucherkabinen mit einem Abluftsystem sowie Rauchzonen vor der Tür.
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